News 15.05.2012 - Verein

Möllner Projekt von „Europa macht Schule“ erhält Euroscola-Preis

Das Möllner „Europa macht Schule“-Projekt „Vorurteile – vor dem Urteil?“ hat den vom Europäischen Parlament ausgeschriebenen Wettbewerb Euroscola 2012 gewonnen. Im Rahmen eines Philosophiekurses der 11. Klasse des Möllner Marion-Dönhoff-Gymnasiums erstellten Studierende, Schülerinnen und Schüler ein Hörspiel für das lokale Schulradio.

"Europa macht Schule"-Projekt gewinnt Euroscola-Preis
Schülerinnen und Schüler des Marion-Dönhoff-Gymnasiums setzten sich im Rahmen von „Europa macht Schule“ auf philosophische Weise mit Vorurteilen auseinander. Das Projekt wurde vom Europaparlament mit dem Eurocola-Preis ausgezeichnet.

Die Studierenden Silvia Pedron (Italien), Soile Katajisto (Finnland) und Raminta Petronytė (Litauen) diskutierten in dem Projekt mit Schülerinnen und Schüler über landestypische Vorurteile und erstellten ein gleichnamiges Hörspiel für das lokale Schulradio. Während dem Projekttag zum Thema „Vorurteile – vor dem Urteil?“ setzten sich die Schülerinnen und Schüler des von Theres Werner betreuten Philosophiekurses mit der litauischen, finnischen und italienischen Seite Europas auseinander. Die jeweilige Kultur wurde unter dem Gesichtspunkt der Vorurteile näher betrachtet. Sie formulierten Vorurteile, die sie bei dem gemeinsamen Frühstück mit den europäischen Studierenden ansprachen und diskutierten.

Danach wurde in einem theoretischen Teil der Begriff des Vorurteils betrachtet sowie seine Wirkung und Entstehungstheorie erarbeitet. Dass Vorurteile nicht nur problematisch sein können, sondern auch helfen, sich im komplizierten Alltag zurecht zu finden, verdeutlichten bereits die Philosophen Hans-Georg Gadamer und Martin Heidegger. Im Fokus stand jedoch die Arbeit an problematischen Vorurteilen. Im praktischen Teil sammelten die Schülerinnen und Schüler Ideen zum Umgang mit Vorurteilen wie zum Beispiel kritisches Hinterfragen und Prüfen, eigene Urteile in der Begegnung mit Anderen bilden, sich informieren oder Verreisen.

Spannende Informationen aus erster Hand

Schülerinnen und Schüler bei der Projektarbeit.
Schülerinnen und Schüler bei der Projektarbeit. Angeleitet wurden sie von den Studenten Silvia, Solle und Raminta.

Die intensive Begegnung mit den internationalen Studierenden fand in drei Kleingruppen statt, in denen Silvia, Soile und Raminta ihre Länder vorstellten. Anschließend fertigten sie gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Plakate zu jeweils einem landesspezifischen Vorurteil an und präsentierten dieses vor der Projektgruppe. Im Anschluss daran wurden auch weitere Vorurteile diskutiert. Bei den Schülerinnen und Schülern kam das Projekt mit den europäischen Studierenden sehr gut an. Sie lobten die spannende Chance, Informationen aus erster Hand zu erhalten und den Kontakt zu den ausländischen Gästen. Die Einzigartigkeit des Programms fasste eine Schülerin passend in der Frage zusammen: „Wann hat man schon mal die Möglichkeit, eine Litauerin zu treffen und sich mit ihr persönlich über Vorurteile zu unterhalten?“ So war spätestens bei der Präsentation der Plakate allen klar, dass trotz kleinerer Verständigungsschwierigkeiten Europa im Klassenzimmer nicht nur möglich ist, sondern auch großen Spaß bereitet.

Jury: „Tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Thema“

"Europa macht Schule"-Projekt gewinnt den Euroscola-Preis
Schülerinnen und Schüler bei der Präsentation der Projektergebnisse.

Die Jury lobte das Projekt für seine tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Wettbewerbsthema. Die Gewinnerschule des erstmalig ausgeschriebenen Preises kann nun am Euroscola-Programm des Europäischen Parlaments teilnehmen und in diesem Rahmen u. a. den Sitz des Parlaments in Straßburg besuchen.

Das Programm „Europa macht Schule“ wurde 2012 zum ersten Mal in Mölln durchgeführt. Der Gewinn des Euroscola Wettbewerbs 2012 ist daher ein großer Erfolg. An dem erstmalig veranstalteten Wettbewerb nahmen Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland teil, um das Motto der Europäischen Union „In Vielfalt geeint“ auf kreative Weise umzusetzen. Das „Europa macht Schule“-Projekt wurde dabei für die tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Wettbewerbsthema gelobt. Die Gewinnerschulen wurden in den Kategorien Internet, Print und audiovisuelle Medien gekürt und nehmen nun als nationale Vertreter am Euroscola-Programm des Europäischen Parlaments teil. Dazu gehört auch ein Ausflug zum Sitz des Parlaments nach Straßburg.