„EmS hat meine Sichtweise nachhaltig beeinflusst“

Welchen Einfluss kann Europa macht Schule auf den weiteren Lebensweg haben? Inwiefern prägt das ehrenamtliche Engagement im Standort-Team auch persönlich?
Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums haben wir eine EmS-Alumna nach ihren Erfahrungen gefragt.

Profilfoto von einer EmS-Alumna

 

Name: Paula Malou Hübner

Ehem. EmS-Standort und Jahr: Emden 2017/2018

Studienfach: Soziale Arbeit

Aktuelle Tätigkeit: Studentin

 

 

Was hat dich damals dazu bewegt, bei „Europa macht Schule“ aktiv zu werden?

Eine meiner Kommilitoninnen und ich wurden im Rahmen unseres Finnisch-Seminars von einer engagierten Mitarbeiterin des International Office angesprochen, ob wir Lust hätten bei Europa macht Schule aktiv zu werden und mit ein paar weiteren Studierenden einen neuen Standort zu gründen. Ich war sofort von der Idee begeistert, u.a. da dadurch die Möglichkeiten verbessert werden können, stärker mit internationalen Studierenden meiner Hochschule in Kontakt zu treten und im internationalen Bereich aktiv zu werden.

Hat dich „Europa macht Schule“ in irgendeiner Weise geprägt? Wenn ja, wie?

EmS hat meine Sichtweise auf die verschiedenen Herkunftsländer nachhaltig beeinflusst. Durch die begleitenden Gespräche mit beteiligten Studierenden und die Eindrücke, welche ich bei Beobachtungen in einigen Schulprojekten gewinnen konnte, entstand bei mir eine differenzierte Einschätzung der jeweiligen Situation. Auch nach Beendigung der Projekte behielt ich den freundschaftlichen Kontakt zu den europäischen Gaststudierenden. Dies hat mir die Möglichkeit gegeben, einen noch tieferen Einblick in die besonderen Gegebenheiten der unterschiedlichen regionalen Rahmenbedingungen und kulturellen Besonderheiten zu bekommen, durch die sich meine, bis dahin vielleicht etwas unreflektierte, Sichtweise verändert hat.
So hat die Teilnahme an EmS mir deutlich gemacht, dass sich die Sichtweise auf mehr oder weniger fremde Kulturen insbesondere durch individuelle Kontakte und damit verbundene persönliche Erfahrungen substanziell entwickeln kann.

Inwiefern würdest du sagen, dass dich dein ehrenamtliches Engagement bei EmS rückblickend persönlich und beruflich weitergebracht hat?

Wahrscheinlich hat mich meine ehrenamtliche Mitarbeit bei EmS zusätzlich darin bestärkt, meine berufliche Perspektive in einem internationalen Kontext anzustreben. Auf jeden Fall hat es mir die herausragende Bedeutung klar gemacht, die tatsächliche persönliche Kontakte mit anderen kulturellen Herkunftssituationen auf die persönliche Sichtweise entwickeln können. Dies gilt an dieser Stelle explizit für die Bedeutung von Austausch und Verständigung in Europa, diesen Aspekten habe ich bis dahin eher eine geringe Bedeutung zugemessen. Und auf dem Lebenslauf macht sich das ehrenamtliche Engagement natürlich auch nicht schlecht.

Sind dir manche Erfahrungen, die du bei EmS gesammelt hast, auch heute noch nützlich? Wenn ja, welche?

Ich konnte einige zusätzliche Erfahrungen im Bereich der Projektplanung und -durchführung sammeln. Insbesondere die übergeordneten Belange der Organisation von Veranstaltungen und finanztechnischen Anforderungen an eine Projektdurchführung waren mir bis dahin nicht geläufig.  Als Teil des lokalen Standort-Teams und somit Ansprechpartner und Unterstützer für die internationalen Studierenden sowie die beteiligte Schule fiel uns ein Großteil der Koordinierungsaufgaben zu. Erfahrungen in diesen praxisnahen Aspekten in der beruflichen Tätigkeit sind ein im Studium eher vernachlässigter Bestandteil und deshalb für mich wertvoll.

Was möchtest du Leuten mit auf den Weg geben, die sich aktuell für EmS interessieren, aber noch unentschlossen sind, mitzumachen?

Bei EmS lohnt es sich auf jeden Fall mitzumachen! Man hat die Möglichkeit sich in der Projektdurchführung auszuprobieren, zu lernen, was sonst eigentlich noch „so alles dazugehört“ (z.B. Fragen der Finanzplanung oder welche unterschiedlichen Ansätze gefunden werden können, um Personen auf den unterschiedlichsten Ebenen für eine Projektmitarbeit zu motivieren). Man sammelt konkrete Erfahrungen fürs Leben sowie die spätere Berufstätigkeit und hat gleichzeitig die Chance, Freundschaften mit jungen Menschen aus Europa zu knüpfen. EmS bietet die Chance deutschen Schüler/-innen fremde Kulturen auf einer informellen Ebene näher zu bringen und ist eine schöne Möglichkeit konkreten Austausch persönlich zu erleben. Dieses Engagement erweitert im wahrsten Sinne den Horizont.

Wenn du heute an dein Engagement bei EmS zurückdenkst, was bzw. welcher Moment ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Es ist jetzt schon eine Weile her, dass ich die europäischen Gaststudierenden bei ihren Projekten an der weiterführenden Schule begleitet habe, aber besonders in Erinnerung ist mir geblieben, wie einfach es ist, durch solche interessanten Projekteansätze mit den Schüler/-innen in Kontakt zu treten und sie durch die spannenden und interaktiven Angebote für das Projekt „Europa“ zu begeistern.

Ich hatte die Möglichkeit, einen Einblick zu bekommen in das Kochprojekt „Taste of Europe“, welches von internationalen Studierenden aus Frankreich und England zusammen mit einer 11. Klasse durchgeführt wurde. Dabei wurde die Küche für den Zeitraum des Projekts in einen Ort für kulturellen Austausch verwandelt, in dem gemeinsam nicht nur lecker gekocht, gebacken und gegessen wurde. Nachdem eine erste Zurückhaltung überwunden war erfolgte in einem Mix aus Englisch, Französisch und Deutsch – und im Zweifel mit Händen und Füßen – ein Austausch über die verschiedenen Länder, ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede.