Die Sprache Italiens: Ein bunter Streifzug durch Worte, Klänge und Kulturen

In Veronicas Projekt ging es sowohl um sprachliche Vielfalt als auch sprachliche Gemeinsamkeiten: sie brachte einer 5. Klasse aus Berlin das vielsprachige Italien näher und regte außerdem die Reflexion über sprachliche Gemeinsamkeiten der romanischen Sprachen bei den Schüler/-innen an.

Studentin stellt Aufgabe vor:

Das Projekt hatte das Ziel, Grundschulkindern die sprachliche und kulturelle Vielfalt Italiens näherzubringen. Es bestand aus vier didaktischen Einheiten von je 30 Minuten.

Italien und seine Sprachen entdecken
Im ersten Teil reisten die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Fantasie durch Europa und entdeckten, dass in vielen Ländern mehrere Sprachen gesprochen werden, insbesondere auch in Italien. Es wurde ein erster Einblick in die Mehrsprachigkeit Italiens gegeben. Neben dem Standarditalienischen werden dort auch Deutsch, Ladinisch, Französisch, Slowenisch, u.a. gesprochen. Anhand einer interaktiven Karte von Italien haben die Schüler/-innen dann italienische Dialekte gehört und erkannt, dass jeder Dialekt anders klingt.

Studentin sitzt auf Schaukel vor Fernsehturm.
Veronica hat ihr Auslandssemester in Berlin verbracht und dort viele tolle Erfahrungen gemacht!

Romanische Sprachen – Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Die zweite Einheit konzentrierte sich auf die romanischen Sprachverwandtschaften. Anhand des Kinderlieds „Bruder Jakob” in Französisch, Italienisch und Spanisch – das auch von ihnen auch in allen Sprachen gesungen wurde – konnten die Kinder Ähnlichkeiten heraushören und einen eigenen „Sprachbaum” basteln. Ein Höhepunkt war das dreisprachige Memory-Spiel (Italienisch, Französisch, Spanisch). Auch wenn viele Schülerinnen und Schüler die Wörter nicht kannten, konnten sie dank der Ähnlichkeiten zwischen den romanischen Sprachen richtige Dreierpaare finden. Das sorgte fūr viel Spaß, Motivation und lebendiges Sprachlernen. Ziel war es, die Zuhörer/-innen für die Strukturen und Ähnlichkeiten der Sprachen zu sensibilisieren und zu zeigen, dass man auch ohne Sprachkenntnisse Gemeinsamkeiten erkennen und Sprachen durch Logik und Gefühl verstehen kann.

Aostatal und Südtirol – zwei mehrsprachige Regionen Italiens
Der dritte und vierte Teil war zwei exemplarischen Regionen gewidmet: dem Aostatal (Französisch) und Südtirol (Deutsch). In der dritten Einheit lernten die Schülerinnen und Schüler die Region Aostatal kennen, in der auch Französisch Amtssprache ist. Durch Bilder, Landkarten und einfache historische Erklärungen verstanden sie, warum Französisch in dieser Region gesprochen wird und dass Französisch nicht nur zu Frankreich gehört. Die vierte Einheit führte nach Südtirol (woher ich komme) einer Region, in der Deutsch, italienisch und Ladinisch gesprochen werden. Durch Bilder, historische Erklärungen und kulturelle Elemente wie Feste oder typische Speisen lernten die Kinder, wie Sprache und Kultur zusammenhängen. Als Abschluss war das Basteln von einem Mini-Wörterbuch mit Vokabeln in drei Sprachen (Deutsch, Italienisch, Französisch) geplant.

Alle Einheiten wurden von Übungen (offene Fragen, Mehrfachauswahl, Raster) begleitet, die während des Unterrichts zu zweit durchgeführt und anschließend gemeinsam korrigiert wurden.

Italien – ein Land europäischer Vielfalt durch Mehrsprachigkeit
Ich fand es wichtig einen intereuropäischen Bezug herzustellen und mein Projekt in Zusammenhang mit anderen europäischen Ländern zu stellen. Minderheitensprachen wie Deutsch in Südtirol oder Französisch im Aostatal wurden im historischen und politischen Gesamtbild Europas erklärt. Die Schülerinnen und Schüler erkannten, dass Sprachgrenzen oft politische Grenzen widerspiegeln und wurden dazu angeregt, Parallelen zu anderen europäischen Ländern wie Belgien oder der Schweiz zu ziehen. Nur so wurde das Gemeinschaftsgefühl innerhalb Europas gestärkt und die Bedeutung von Mehrsprachigkeit als Kulturerbe vermittelt.

Veronica vor winterlicher Landschaft.Projektangaben
Studentin: Veronica Salvi
Herkunftsland: Italien
Studienfach: Romanistik und Germanistik
Schule: Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, Berlin
Schulform & Klasse: Gymnasium, 5. Klasse