Erasmus+ in Prag: Was macht Vielfalt so wertvoll?

Lena Krüger, Studentin des Studiengangs Economics an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, hat drei Back to School-Projekte zu ihrem Gastland, der Tschechischen Republik, in drei unterschiedlichen 4. Klassen der Hartmutschule in Eschborn durchgeführt.

Lena Krüger, Back to School-Teilnehmerin des Programmjahres 2024/25 mit einem Fahrrad stehend auf einem Fußweg.

Vorbereitung und Durchführung

Im Rahmen der Programmlinie Back to School (BtS) habe ich mehrere interaktive Unterrichtsstunden in drei 4. Klassen gestaltet, um den Schülerinnen und Schüler Europa und das Erasmus+ Programm näherzubringen. Nach einer kurzen Vorstellung und einer kindgerechten Einführung in das Thema Erasmus+ begaben wir uns gemeinsam auf eine virtuelle Reise nach Prag, meinem Erasmus+ Zielort.

Anhand einer Karte erarbeiteten wir zunächst die geografische Lage der Tschechischen Republik in Europa. Anschließend sammelten die Kinder in einem gemeinsamen Brainstorming mögliche Vor- und Nachteile des Erasmus+ Programms. In einem dynamischen „1, 2 oder 3“-Spiel lernten sie spielerisch zentrale Fakten über Prag kennen. Darauf folgte ein digitales Quiz mit vertiefenden Fragen rund um Europa und europäische Zusammenarbeit, bei dem die Kinder eigenständig recherchieren durften.

Abschließend bearbeiteten sie in Kleingruppen verschiedene Themen mit Bezug zu Prag und zum Erasmus+ Programm, die sie kreativ mit Bildern und kurzen Präsentationen vor der Klasse vorstellten. Das Projekt förderte nicht nur das Wissen über Europa, sondern auch Teamarbeit, Neugier und interkulturelles Interesse bei den Kindern – und zeigte, wie greifbar europäischer Austausch schon in der Grundschule werden kann.

Lena Krüger, Back to School-Teilnehmerin des Programmjahres 2024/25, an einem Strand bei sonnigem Wetter.

Arbeit mit der Klasse

Ich habe eine PowerPoint-Präsentation vorbereitet, um sie als Gliederung für mich sowie als Orientierung für die Kinder einzusetzen. Das war optimal und kann ich so auch weiterempfehlen. Ansonsten habe ich viel mit Arbeitsblättern gearbeitet und auch Material vorher ausgeschnitten. Zumindest bei Grundschulklassen ist es gut, das ganze Projekt möglichst kreativ zu gestalten. Vorab habe ich mich vor allem damit beschäftigt, welche Botschaft ich rüberbringen möchte. Meine drei BtS-Projekte habe ich am Toleranztag realisiert, das heißt meine Grundschule hatte an dem Tag ihren Projekttag. Somit konnte ich meine Projekte thematisch sehr gut an den Überbegriffen Vielfalt und Toleranz orientieren.

Die Arbeit mit den Klassen hat mir sehr viel Freude bereitet. Es war eine gute Abwechslung zum Unialltag und eine sehr positive Erfahrung meine alten Lehrkräfte wiederzusehen. Die Kinder freuen sich zudem, dass sie mal an einem Projekt teilnehmen dürfen, anstatt nur normalen Unterricht zu machen. Somit war es eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Die Lehrkräfte sind bei der Umsetzung des Projekts außerdem eine große Hilfe. Da sie die ganze Zeit anwesend waren, konnten sie mich sehr gut unterstützen, so dass alle gut zugehört und mitgearbeitet haben. Außerdem konnte ich noch ein paar Tipps von ihnen anwenden, um spontan kleinere inhaltliche Anpassungen vorzunehmen.

Lena Krüger, Back to School-Teilnehmerin des Programmjahres 2024/25 an einem Tisch in einem Restaurant mit zwei Pizzen auf dem Tisch

Tipps

  1. Nehmt euch genügend Zeit, um auf die Fragen der Kinder einzugehen.
  2. Der Plan, was ihr in den Klassen machen wollt, sollte zeitlich und inhaltlich nicht zu steif sein. Je nach Klasse ist es super, wenn manchmal spontan Anpassungen an das Niveau oder den zeitlichen Rahmen der Aufgaben erfolgen können. Das macht es für alle Beteiligten entspannter und spannender.
  3. Seid außerdem darauf vorbereitet, dass ihr manche Wörter kindgerecht erklären müsst. Grundschüler wissen in der Regel nichts mit “Semestern” anzufangen, sie kennen zum Beispiel nur “Halbjahre”.
  4. Verlasst euch auf die Lehrer, wenn es in der Klasse zu unruhig wird und habt einfach Spaß.

Ich würde es jederzeit wieder machen!

Wir danken Lena ganz herzlich für diesen Projektbericht!