|
Austauschstudenten werden Minibotschafter im Projekt „Europa macht Schule“
Mit Julia Carrasco aus Granada, Spanien lernten Viertklässler, was man in Spanien zu Weihnachten macht und wie man den Flamenco tanzt. Die beiden Tschechinnen Eva Benešová und Ivana Jérlingová führten ihre tschechische Tracht vor und ließen die Kinder tschechische Speisen probieren. Sie sorgten für Überraschung, als sie zeigten, dass die Kindersendung der „Kleine Maulwurf“ aus Tschechien kommt, und man von ihm lernen kann, dass „Hallo“ auf Tschechisch „Ahoj“ heißt.
Um kulturellen Austausch erlebbar zu machen, muss man mit den Schulklassen nicht unbedingt in die Ferne reisen: Nach Passau kommen jedes Jahr viele Austauschstudenten nicht nur aus den Nachbarländern, sondern aus ganz Europa. Damit das Bewusstsein für die kulturelle Vielfalt aber nicht nur in der Universität geballt bleibt, überlegten sich die Erasmusstudenten, wie sie ihr Land den Schülern vorstellen können. Beteiligt war die Nikola Volksschule, die Grundschule Innstadt, das ASG Gymnasium und die Hans Carossa Grundschule Heining.
Das Projekt heißt „Europa macht Schule“ und geht auf eine Initiative, die bei einer europäischen Studentenkonferenz in Dresden 2006 entstand, zurück. Heute wird das Programm bundesweit an vielen Universitäten in ehrenamtlicher Arbeit umgesetzt, und dabei vom DAAD unterstützt. Es steht unter der Schirmherrschaft von Christian Wulff.
Im Oktober 2010 fand sich eine Gruppe von sechs Passauer Studentinnen der Philosophischen Fakultät zusammen, um „Europa macht Schule“ in Passau umzusetzen. Unter der Leitung von Vera Mandl, Studentin des Gymnasiallehramts, begann die Vorbereitungsphase des Projekts: Es wurden Schulen und Erasmusstudenten kontaktiert, das Projekt vorgestellt und ein Kennenlerntreffen organisiert. „Unser Ziel ist es einen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis und zum Interesse an anderen europäischen Ländern zu leisten“, beschreibt V. Mandl ihre Motivation.
Studenten verschiedener Fachrichtungen aus Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Frankreich, und Spanien besuchten daher verschiedene Schulen in Passau als Minibotschafter ihres Landes. In allen Projektphasen, werden die Erasmusstudenten durch ihre deutschen Tutoren betreut und unterstützt.
Durch den geringen Altersabstand zu den Schülern und die peppigen Ideen der Austauschstudenten gelang es schnell auch von dem Projekt zu begeistern.
So bereitete Hélène Décol mit einer Klasse französische Crêpes zu und drehte einen Kurzfilm, Linda Abdesselman und Elena Ruxandra Toader gestalteten Aktivitäten zum Umgang mit dem Fremden und Stereotypen.
Mindestens drei Mal sollten die Studenten die Schule besuchen, aber viele waren so begeistert, dass sie das Projekt über mehrere Monate fortsetzten. „Für mich ist es super, da ich neue Leute kennenlerne, meine Sprachkenntnisse verbessere und wenn es Probleme gibt, immer auch meine deutsche Tutorin fragen kann,“ erklärt die spanische Studentin Julia Carrasco begeistert.
Zum feierlichen Abschluss des Programms findet am 12. Mai ab 16h in der KSG eine Präsentation der Ergebnisse statt. Neben Erlebnisberichten und dem Erfahrungsaustausch der Studenten, werden einige Schüler vorstellen die Ergebnisse des Projekts vorstellen, dabei wird es sicher nicht langweilig, denn es wird Flamenco vorgeführt, ein Kurzfilm gezeigt und Fotos präsentiert. Am Ende dieser Veranstaltung erhalten die Klassen sowie die Studierenden eine Urkunde zur Würdigung ihres Engagements. Eingeladen sind alle Beteiligten und interessierte Lehrkräfte. Bei einem internationalen Buffet können dann auch schon Kontakte für das nächste „Europa macht Schule“ Jahr geknüpft werden.
|