Wenn wir in Europa an kulturelle Vielfalt und damit auch an die Sprachenvielfalt denken, schließen wir meist nur diejenigen ein, die sich verbal unterhalten können. Dass wir aber auch mehr im Sinne einer barrierefreien europäischen Integration im Blick haben sollten, zeigten die Schüler/innen der 5., 6. und 7. Klasse der Samuel-Heinecke Schule für Hörgeschädigte, die mit den Studierenden Siglinde Pape aus Frankreich und Tiziana Stefanizzi aus Italien ein ganz besonderes Projekt durchgeführt haben.. Sie setzten sich nicht nur mit den jeweiligen Gebärdensprachen ihres Landes auseinander, sondern tauschten sich auch in dieser über die kulturellen Unterschiede aus. Besonders beeindruckend war die Aufführung von „Bruder Jakob“ in den unterschiedlichen fremdsprachlichen Gebärden.
Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir darüber hinaus dem Publikum des Europamarktes am 25. April vier weitere Projektes des diesjährigen Durchgangs von „Europa macht Schule“ in Hamburg vorstellen. Zu einer kurzweiligen dreiviertel Stunde trugen Evgenia Rakcheeva mit den Schüler/innen der 4. Klasse der Grundschule Rahewinkel ebenso bei, wie der aus Burkina Faso stammende Omer Idrissa, der mit den Kindern der 2. Klasse der selben Schule über die afrikanischen Wurzeln europäischer Kultur sprach. In dem Projekt standen Gäste aus Afrika mit ihrer Kultur im Vergleich zur europäischen Volkskultur im Mittelpunkt.
Das Gymnasium Harksheide beteiligte sich mit einem Videobeitrag zu Hochzeitsfesten in der Türkei. Darüber hatte Fatih Toprak den Schüler/innen der 10. Klasse einiges erzählt. Und schließlich studierte Jean-Marc Wagner mit „seiner“ 6. Klasse aus dem Gymnasium Hochrad die Entstehungslegende seines Heimatlandes Luxemburg ein, die die Schüler/innen in selbst gestalteten Kostümen in einem hervorragenden Französisch aufführten Die betreuende Lehrerin Angelika Schenk konnte damit in zwei aufeinander folgenden Jahren im Rahmen des Programms „Europa macht Schule“ tolle Projekte auf die Beine stellen.
Zwar gab es bei einigen Studierenden in diesem Jahr leider Schwierigkeiten, weil sie den Aufwand falsch eingeschätzt hatten. Insgesamt hat der diesjährige Durchgang trotzdem erneut gezeigt, dass das Programm wirklich allen Schultypen offen steht, auch Gehörlosenschulen! Wir können uns nur wünschen, dass sich wieder so engagierte Studierende anmelden, die viele Ideen einbringen, Neben einer zahlreichen Beteiligung von Seiten der Studierenden hoffen wir, dass die Umgestaltung des Hamburger Schulbildungssystems, die gerade voll im Gange ist, den Schulen und Lehrer/innen genügend Möglichkeiten belässt, ihren Schüler/innen bereichernde Projekte z. B. im Rahmen des Programms „Europa macht Schule“ anzubieten. Wir sind jedoch frohes Mutes, dass das Programm in Hamburg wieder viele Freunde finden wird. Wir freuen uns auf den nächsten Durchgang. |