Idee und Zielsetzung

Eine Forderung der Tagung „Europäisches Begegnungsprogramm zwischen Anspruch und Realität“ war, dass jede Schülerin und jeder Schüler einmal im Ausland gewesen sein sollte. Mit dem Programm „Europa macht Schule“ ist es zumindest realistisch, dass die Schüler/-innen einmal mit einem jungen Europäer in Berührung gekommen sind und mit ihm zusammen an einem europäischen Thema gearbeitet haben.

Denn für das Programm „Europa macht Schule“ führen Studierende aus ganz Europa Projekte mit Schülerinnen und Schülern in Deutschland durch. Sie werden zu Minibotschaftern ihres europäischen Heimatlandes. Damit ist die Idee von „Europa macht Schule“ bereits weitgehend umrissen: Durch die direkte Begegnung und das gemeinsame Arbeiten an einem Thema wird Europa, seine Menschen, seine Kulturen, für alle Beteiligten persönlich erlebbar. In unmittelbarster Weise finden so europäischer Austausch und Verständigung statt.

Die Schulen erhalten durch ihre Teilnahme die Gelegenheit, ihren Schülerinnen und Schülern mit einem leicht zugänglichen Angebot eine aktive und eindrucksvolle Begegnung zu ermöglichen. Das Programm ergänzt den theoretischen Lehrstoff über Europa durch einen lebensnahen und beispielhaften Zugang zu einem europäischen Mitmenschen. Der europäische Gedanke wird durch den direkten Austausch erlebbar. Alle Beteiligten erleben Europa auf einer ganz persönlichen Ebene und können Neugierde und Bewusstsein für dessen vielfältige Kulturen entwickeln.

Den europäischen Studierenden auf der anderen Seite, zumeist im Erasmus-Austausch, eröffnet sich hier ein Weg, ihr Gastland intensiver und aus einer anderen Perspektive zu erleben. Für sie ist die Teilnahme am Programm eine Chance, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern, das deutsche Schulsystem kennen zu lernen, aber auch sich mit Menschen außerhalb der Universität auszutauschen. Die gewonnenen Kompetenzen auf pädagogischer wie auf Präsentationsebene werden den Studierenden zudem in ihrem Studium nützlich sein. Das Programm „Europa macht Schule“ wird so zur Ergänzung und zum Mittler von Erasmus- und Comenius-Programm.

Die europäischen Studierenden stellen sich der Aufgabe, gemeinsam mit einer Schulklasse ein Projekt zu ihrem Heimatland oder einem europäischen Thema zu gestalten. Dieses wird mit Unterstützung der Lehrkräfte in drei bis fünf oder – wenn gewünscht – mehr Unterrichtsstunden umgesetzt. Es ermöglicht den Beteiligten, sich aufeinander einzulassen, miteinander zu arbeiten und sich über Sprachbarrieren hinweg auszutauschen. Sie lernen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der europäischen Nachbarn kennen. Dadurch wird theoretisches Wissen über Kulturen mit Leben gefüllt und werden im besten Fall Vorurteile abgebaut.

Eine Beteiligung am Programm ist für sämtliche Schulformen von Grund-, über Förder- und Hauptschulen, von Gymnasien bis hin zu Berufskollegs möglich. Ebenso unterschiedlich sind die Herkunftsländer und Fachrichtungen der teilnehmenden Studierenden. Die durchgeführten Projekte zeichnen sich durch viel Kreativität und Lebendigkeit, aber auch persönlichen Einsatz aus.

Zum feierlichen Abschluss des Programms findet eine öffentliche Präsentation der Ergebnisse statt, in deren Rahmen die Projekte vorgestellt werden. Dies geschieht teils als direkte Vorführung des Erarbeiteten, teils in Form eines kleinen Berichtes, der mit Fotos illustriert ist. Am Ende dieser Veranstaltung erhalten Klassen wie Studierende eine Urkunde zur Würdigung ihres Engagements.
Gelegenheit, am Programm teilzunehmen, wird es auch weiterhin geben. Wir laden alle herzlich dazu ein
 
 
 

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